Auf der Fährte von Tigerstaaten: Die Wirtschaft in Rumänien

Dezember 18th, 2007 by Gunnar

Rumänien galt-neben dem Kosovo-lange als das Armenhaus Europas. Dies entspricht jedoch in der Gegenwart nicht mehr den Tatsachen: Zwar wird ein erheblicher Anteil des Bruttoinlandproduktes noch mit Landwirtschaft erwirtschaftet und nach wie vor herrscht in einigen Regionen Rumäniens bittere Armut; In der Boomregion Bukarest jedoch zeigt sich ein aufstrebendes Land, dem es seit dem Zusammenbruch des Kommunismus gelungen ist, durch attraktive Standortbedingungen für Investoren ausländisches Kapital anzuziehen. So wuchs das Bruttoinlandsprodukt auf 101 Mrd. Euro; bei einer Bevölkerung von 22,3 Mio. entspricht dies einem BIP pro Kopf von etwa 4240 Euro. Im Durschnitt ist die rumänische Wirtschaft seit 2001 um jährlich 5 % gewachsen. Schwerpunkte dieser Entwicklung waren die Landwirtschaft, Industrie und das Bauwesen. Einzelbranchen wie die Informationstechnologie und Telekommunikation wachsen ebenfalls. Auch Versicherungen, der Tourismus, die Pharmaindustrie, die Lebensmittelbranche und der Großhandel, der Maschinenbau und die Kfz-Industrie boomen. Nach unbestätigten Angaben liegt der Durchschnittslohn in Rumänien bei etwa 420 Euro im Monat.
Der Dienstleistungssektors macht etwa 45 % der rumänischen Wirtschaft aus, der Industriesektor ist auf etwa 30% geschrumpft. Der Landwirtschaftssektor machte 7 % des BIP aus. Dagegen waren 2004 mit 22,6 % Rekordzuwächse im Landwirtschaftssektor zu verzeichnen.
Rumänien will bis 2012 den Euro einführen- was eine konsequente Sparpolitik voraussetzt.
Mit 6,7 % Wachstum kann Rumänien als Tigerstaat Mitteleuropas bezeichnet werden. Das Land zählt zu den am stärksten deregulierten und privatisierten Volkswirtschaften der Welt. Rumänien ist einer der größten Produzenten von Halbleiter-Anwendungen wie PC-Hauptplatinen, Notebooks und WLAN-Komponenten. Außerdem boomt in Rumänien alles rund um Öl und Gas.Sie beherrschen Rumäniens Wirtschaft, seit der kommunistische Diktator Nicolae Ceausescu im Streben nach Unabhängigkeit von der Sowjetunion eine völlig überdimensionierte Verarbeitungsindustrie aufbauen ließ. Viele der Unternehmen wurden nach der Wende zugesperrt, doch die größten schafften den Wechsel aus Staats- zu Privatbesitz.
Der von der österreichischen OMV übernommene Ölkonzern Petrom ist das umsatzstärkste Unternehmen des Landes (siehe auch: Investieren in Rumänien), auf Platz fünf liegt die Rompetrol. Unter den 50 größten Unternehmen sind elf im Öl- und Gasgeschäft tätig, weitere zwölf in der Stromversorgung. Damit schlägt die Energiebranche sogar die Banken, von denen 18 unter den größten hundert Unternehmen Rumäniens rangieren. Und auch in einer Liste der wertvollsten Unternehmen, publiziert von der Tageszeitung „Ziarul Financiar“ in einem eigenen Jahrbuch, dominieren die Energiekonzerne. Nummer eins ist auch hier Petrom, obwohl ihr Börsenwert seit Herbst 2006 um sechs Prozent auf 8,4 Mrd. Euro gesunken ist.

Die Privatisierung der staatlichen Betriebe wird fortgesetzt. Nach der bereits erwähnten Übernahme des Öl-und Erdgaskonzerns PETROM durch den österreichischen Energieversorger OMV im Juli 2004 folgte die österreichische Erste Bank; Sie erhielt den Zuschlag für eine Beteiligung von 61,88 % an der größten rumänischen Bank, der Banca Comercială Română (BCR). Betrug die Erwerbslosenquote im Jahr 2000 noch 10,5 %, waren es im Dezember 2005 nur noch 5,9 %. Der Staat schreibt einen gesetzlichen Mindestlohn von 130 Euro vor. Nach wie vor suchen aber viele Rumänen Arbeit im Ausland, vorzugsweise in den Mittelmeerländern Italien und Spanien.

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