Nur für starke Nerven: Investieren in Rumänien
Dezember 18th, 2007 by
Gunnar
So wie Rumänien insgesamt zwar durchaus als Boomregion bezeichnet werden kann, die auch in den nächsten Jahren weiter wachsen wird, gibt es doch hier und da immer wieder Anzeichen für ein unsicheres Investitionsklima. Immer dann, wenn in Osteuropa die Politik vehement in die Wirtschaft eingreift, kommt es zur Verunsicherung bereits investierter Kapitalgeber oder potenzieller Investoren und zur Kapitalflucht.

Die nationalistische Großrumänien-Partei (PRM) hat zum Beispiel vor Kurzem den börsennotierten Mineralölkonzern OMV ins Visier genommen. Die Partei hat einen Gesetzesantrag bei einer Senatskommission eingebracht, auf dessen Grundlage die Privatisierung des rumänischen Erdgasförderers Petrom aus dem Jahr 2004 rückgängig gemacht werden soll.Die OMV hatte sich zu 51 Prozent an der Petrom beteiligt.
Die Diskussion um die Auflösung des Privatisierungsvertrages ist von der extremistischen Partei in Gang gesetzt worden.Die Regierung und die großen Parteien in Rumänien wollen jedoch nicht mitmachen.Der Antrag der PRM ist beim Senat eingebracht, aber dort nicht offiziell behandelt worden. Deshalb ist er dem normalen Prozedere folgend automatisch an das Abgeordnetenhaus weitergewandert.Passiert der Antrag das rumänische Abgeordnetenhaus, würde das Gesetz den Kaufvertrag mit der OMV einseitig für nichtig erklären.Dies ist jedoch eher unwarscheinlich, weil der Privatisierungsvertrag mit Beteiligung der EU und Weltbank geschlossen worden ist.
In Punkto Immobilien mag Rumänien vielversprechend sein- doch so einfach ist es nicht. Immobiliengesellschaften investieren aufgrund von Planungsunsicherheiten vor allem in Einzelprojekte und in landwirtschaftliche Betriebe. Ein größeres Projekt ist der „Temeschwar Airport Park”. In drei Bauabschnitten soll in der Einflugschneise des Flughafens der 300.000-Einwohner-Stadt Temeschwar bis Ende 2009 ein Logistikpark mit 12 m hohen Hallen entstehen.Ein 24-Stunden-Betrieb wird aufgrund der Lage unproblematisch möglich sein.
Anleger haben natürlich auch die Möglichkeit, auf die Börsen in ganz Osteuropa zu wetten- nicht bloß in Rumänien.Allerdings unterliegen die Märkte starken Schwankungen. Osteuropa-Fonds erzielen zwar bereits seit einigen Jahren überproportionale Wachstumsraten.Aktien aus Rumänien gelten aber auch nach dem EU-Beitritt Rumäniens unter Fondsexperten als risikobehaftet und sind demzufolge unterrepräsentiert in den Portfolios.
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